Mit «Härz» voll durchgestartet

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Bis vor gut einem Jahr lebte Isabelle Rettenmund mit ihrem Mann und den zwei Kindern in Dürrenroth ein recht anonymes Leben. Dann kam der TV-Auftritt bei «Happy Day», wo sie als Sängerin entdeckt wurde.

In der Zwischenzeit ist sie mit der Frauen-Mundartband «Härz» voll durchgestartet. Eine Mundartband mit Sängerinnen, die alle Ehefrauen und Mütter sind, scheint mitten ins Herz der Schweizer Bevölkerung getroffen zu haben. Mitte Februar 2019 erhielten die sechs Frauen von «Härz» den Swiss Music Award als «Best Breaking Act» verliehen. «Auch wenn wir mit ‚Sonä Momänt‘ einen Hit gelandet haben, kam diese Auszeichnung für uns völlig überraschend», sagt Isabelle Rettenmund. Es habe sich etwas surreal angefühlt, zusammen mit ihren Kindern über den roten Teppich zu schreiten.

«Ich bin vor allem mal das ‹Muetti› für meine Kinder!»

Musik schon immer wichtig
Bei ihren öffentlichen Auftritten erweckt die 38-jährige Sängerin indes zu keiner Zeit den Eindruck, dass ihr im Rampenlicht nicht wohl wäre. Sie meistert Interviews und Fotoshootings souverän. Und man merkt ihr die Bühnenerfahrung als Sängerin der Countryband «Chicks and Roosters» an. Sie liebe es, mal auszubrechen und abzurocken. Die Musik sei daher schon seit Jahren ein wichtiger Teil ihres Lebens. «Ich bin dankbar, dass ich meine Träume verfolgen kann und mich meine Familie so toll darin unterstützt. Aber es ist klar: Ich bin vor allem mal das ‘Muetti’ für meine Kinder!»

Alltagserlebnisse fliessen in Liedtexte ein
Abwechslung ist Isabelle Rettenmund wichtig im Leben. Das lebt sie auch durch ihr Teilzeitpensum als Lehrerin an der Primarschule in Lützelflüh aus. Ihr «Publikum» ist also zumindest an einem Tag in der Woche deutlich jünger als an den Konzerten von «Härz». Zum Konzept der Frauenband gehöre, dass Erlebnisse aus dem Alltag in die Texte einfliessen können. «Bei uns ist es immer so, dass diejenige, welche ein Lied geschrieben hat, dann auch als Leadsängerin auftritt.»

«Ich bin dankbar, dass ich bisher in meinem Leben von grösseren krisen verschont geblieben bin.»

In ihren eigenen Liedern gehe es oft um die Liebe, wie man sie finden und erhalten kann. Sie selbst habe das Glück gehabt, diese Liebe früh zu finden. Die Ehe und das Familienleben empfinde sie meist als harmonisch. «Für einige wirkt es vielleicht zu harmonisch, was uns Schlagersängerinnen ja oft vorgeworfen wird, aber es entspricht nun mal meinem Lebensgefühl», sagt Isabelle Rettenmund. Es wirkt fast so, als ob sie sich für ihr Glück entschuldigen wollte. So sei es aber nicht gemeint. «Ich bin einfach dankbar, dass ich bisher in meinem Leben von grösseren Krisen verschont geblieben bin.» Deshalb fühle es sich für sie ganz natürlich an, über die schönen Seiten des Lebens zu singen.

US-Countrysängerin als Vorbild
Isabelle Rettenmund strotzt vor Energie und bringt viel unter einen Hut. Da sei sie aber lange nicht die einzige, betont sie. «Es gibt viele Frauen, die ich bewundere, weil sie ihre Verantwortung wahrnehmen und gleichzeitig ihre Träume verfolgen!»

Ein grosses Vorbild – sowohl gesanglich wie auch menschlich – ist für sie die amerikansiche Countrysängerin Carrie Underwood, die selbst auch vierfache Mutter ist. «Carrie bewundere ich sowohl als Musikerin als auch als Person. Sie hat einen starken Glauben und steht dazu. Das finde ich stark.»

«Carrie bewundere ich sowohl Als Musikerin als auch als Person.»

Glaube gibt Halt und Hoffnung
Sie habe grundsätzlich eine positive Lebenseinstellung und nehme die Dinge, wie sie kommen, sagt Isabelle Rettenmund. Der Glaube spiele für sie dabei auch eine wichtige Rolle, was auch ihr «Faith»-Tattoo auf dem Unterarm bezeugt. «Ich bin ein gläubiger Mensch und vertraue darauf, dass da oben noch jemand zuschaut. Wenn es mal schwierig wird im Leben, dann vertraue ich darauf, dass ich nicht allein bin.»

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