«Ich weiss, wo ich hingehe!»

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Christine Bläuer aus Biglen traf vor Kurzem ein harter Schicksalsschlag: Krebs in fortgeschrittenem Stadium. Was gibt ihr Hoffnung und Halt?

Schon im Oktober 2020 realisierte Christine Bläuer, dass es ihr körperlich nicht gut geht. Sie hatte zunehmend Schmerzen. «An einem schönen Nachmittag als ich etwas aus dem Geschirrspüler nehmen wollte, hörte ich plötzlich ein Krachen in meinem Rücken», erzählt sie im Video-Interview vom 19. Januar 2021 mit Livenet-Redaktionsleiter Florian Wüthrich. Daraufhin sei sie zum Arzt gegangen, der sie nach verschiedenen Untersuchungen mit Krebs diagnostizierte. Nachdem Christine Bläuer bereits vor acht Jahren erstmals einen Kampf gegen Krebs führte und gewann, ist die Krankheit nun heftiger zurückgekehrt.

Video-Interview vom 19. Januar 2021

«Ich fühle mich nach wie vor bei Gott geborgen»

Christine Bläuer (56) wohnt zusammen mit ihrem Mann in Biglen BE, hat vier erwachsene Kinder und vier Enkelkinder. Sie ist Familienfrau und engagiert sich seit Jahren in interkulturellen, ökumenischen Projekten. Seit Januar 2020 ist sie Koordinatorin des Projekts «zusammen hier», das Geflüchtete bei der sozialen und beruflichen Integration unterstützt.

«Diese Diagnose ist ein Todesurteil», sagt Christine Bläuer. Innerlich habe sie schon länger gespürt, dass etwas in ihrem Körper nicht gut sei. Trotzdem hält sie an ihrem Vertrauen, dass Gott alles unter Kontrolle hat, fest. «Ich fühle mich nach wie vor bei Gott geborgen.» Den Krebs habe sie nie als eine Strafe gesehen, die Gott ihr auferlegt hatte. Vielmehr glaube sie an einen Gott, der Wunder tut, dennoch überlasse sie es ihm, ob er sie noch auf dieser Erde heilen möchte oder erst im Himmel.

Schon oft von Gott bewahrt

Lebensbedrohlichen Gefahren war Christine Bläuer schon früh in ihrem Leben ausgesetzt. Als sie dreieinhalb Jahre alt war, reiste ihre Familie während 16 Tagen mit einem Schiff nach Kamerun, da ihr Vater angefragt wurde, dort Missionsarbeit zu leisten. In den ersten Wochen hatten sie weder Strom noch Wasser und während den ersten Monaten in ihrem neuen Zuhause tötete der Vater über 60 giftige Schlangen rund um ihr Haus. Als Christine in der fünften Klasse war, verliess die Familie Kamerun und kehrte wieder indie Schweiz zurück.

Schaut Christine nun auf diese ereignisreiche und durchaus gefährliche Zeit zurück, ist sie dankbar für die Bewahrung Gottes, die sie jeden Tag erfahren durfte.

«Mit Jesus bin ich immer verbunden»

Trotz der Krankheit beschreibt sich Christine Bläuer als mutige und freie Person. Sie sehe auch während der Chemotherapie die Chancen, Menschen zu begegnen und mit ihnen über Gott zu sprechen. Erst durch die Krankheit habe sie nochmal die Wichtigkeit des Ewigkeitswerts erkannt. «Es gibt keine Sache, die ich tue, ohne mit ihm verbunden zu sein», sagt Christine über ihr Gebetsleben und ihre Beziehung zu Jesus.

Gesunden Menschen gibt sie folgenden Rat auf den Weg: «Wenn du auf das schaust, was gut ist, dann geht es dir auch besser.» Es brauche keine Todesdiagnose, um so zu leben, als wäre der heutige Tag der letzte.

Keine Angst vor dem Tod

«Jesus ist der, der für mich am Kreuz starb, damit ich ewiges Leben haben kann.» Er sei ihre Hoffnung und ihr Halt in dieser schwierigen Zeit und gebe ihr, trotz der Diagnose, eine Perspektive. Sie habe auch keine Angst vor dem Tod, denn das Sterben sei für sie der Wechsel vom Zustand des Glaubens hinüber in den Zustand des Sehens. «Ich weiss, wo ich hingehe», bringt sie diese hoffnungsvolle Perspektive auf den Punkt. «Ich habe es nie bereut, mit Jesus unterwegs zu sein. Er hat mich nie losgelassen!» Jesus gebe ihr die Kraft, die sie jeden Tag brauche.

Ihr einziger und letzter Wunsch sei, die Hochzeit ihres Sohnes, welche im Juni stattfinden soll, noch miterleben zu dürfen.

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