Verein «Kariim»: Freundschaft mit geflüchteten Menschen

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Verein «Kariim»
Verein «Kariim»

Als 2014 der Bezug des ehemaligen Schulhauses Schafhausen durch syrische Flüchtlinge zu fremdenfeindlichen Reaktionen führte, machte die Gemeinde Hasle bei Burgdorf negative Schlagzeilen. Kurz darauf stellten sich die Stimmbürger aber klar hinter den Mietvertrag mit dem Kanton und später mit der Heilsarmee. Die 130 Asylsuchenden durften bleiben.

Heute pflegen engagierte Menschen aus der Region ganz bewusst den Kontakt mit den dort wohnenden Einzelpersonen und Familien, aber auch mit den Ehemaligen, die mittlerweile in Wohngemeinschaften oder alleine in der Region wohnen. Die Region Hasle Rüegsau ist, u.a. auch dank dem Verein «Kariim», ihr fremdenfeindliches Image los.  

«Ich weiss von Freundschaften zwischen geflüchteten Menschen, die im Sommerlager entstanden sind und bis heute anhalten.»

«Ein Teil unserer Vision ist es, Freundschaften längerfristig zu pflegen, aber auch Neuangekommenen die Möglichkeit zu geben, bei Events oder einem Lager dabei zu sein», sagt Sarah von Gunten, Präsidentin des Vereins und Oberstufenlehrerin in Burgdorf. Sie spricht bewusst von «geflüchteten Menschen, weil sie mit ihren Angeboten die Menschen unabhängig ihrer Aufenthaltsrechte erreichen will, «ganz egal ob sie hier als Flüchtlinge anerkannt werden oder nicht. Zusammen mit andern hat sie den Verein «Kariim» – arabisch für «gastfreundlich, grosszügig» – gegründet. Unter diesem Label werden Ferienlager und Events für geflüchtete Menschen angeboten. Dazu gehören Erlebnisse wie gemeinsames Schlitteln, 1.-August- Feiern, Mitmachen bei einem Fussballturnier, Tagesausflüge in die Berge, Skifahren oder das Kerzenziehen. Durch die Freundschaften, welche so entstehen, gibt es auch immer wieder gemeinsame Essen, Deutschkurse, Hilfe beim Schreiben von Bewerbungen oder beim Suchen von Wohnungen.

In diesen Treffen geschieht viel Versöhnung und Vermittlung zwischen den Kulturen. «Ich weiss von Freundschaften zwischen geflüchteten Menschen, die im Sommerlager entstanden sind und bis heute anhalten, obwohl die Beteiligten aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen mit ebenso unterschiedlichen Religionen stammen», sagt Sarah von Gunten.

Der Vorstand des Vereins «Kariim»

Hinter dem Verein stehen Einzelpersonen, die diese Vision teilen. Die grösste finanzielle Unterstützung erfolgt durch die Landeskirchen der Umgebung. Es gibt aber auch andere regionale Vereine, die diese Initiative unterstützen. Der Verein ist konfessionell neutral, das Team interreligiös zusammengesetzt. Der Glaube spiele aber für den gesamten Vorstand eine sehr wichtige Rolle, betont Sarah von Gunten. Der grösste gemeinsame Nenner sei die Nächstenliebe.

«Wir wollen Hoffnungsträger sein und diese Hoffnung ganz praktisch auch weitergeben.»

Die Religion sei den Teilnehmenden nicht fremd. Sie könnten sich im Gegenteil nicht vorstellen, dass wir hier in Europa «an nichts» glauben. «Wir haben immer wieder tiefe Gespräche, wo viele Vorurteile abgebaut werden. Und wir lernen dabei voneinander.»

Webseite vom Verein: www.kariim.ch

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