Flüchtlinge aus der Ukraine

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Paul Bruderer (BIld: zVg)

Guter Wille ist eins, Koordination etwas anderes. Paul Bruderer, Pastor der Freikirche Chrischona Frauenfeld ist Initiant des neuen Netzwerks «kirchen-helfen.ch», das hilft, geflüchtete Menschen aus der Ukraine aufzunehmen. Seit Anfang März wohnen fünf Frauen mit sieben Kindern in den Räumen der Chrischona.

Paul Bruderer weiss: Es gibt zahlreiche Kirchen- und Freikirchengebäude in der Schweiz, die während der Woche meist leerstehen und eine familienfreundliche Infrastruktur bieten. Würde man diese Räumlichkeiten nutzen, dann könnten mehr geflüchtete Menschen untergebracht werden. Um die Möglichkeiten von Kirchen und Gemeinden zu koordinieren und zu vernetzen, haben die die Schweizerische EvangelischeAllianz (SEA) und der Freikirchenverband Schweiz (VFG) Paul und seinen Bruder Peter Bruderer offiziell mit dieser Aufgabe betreut. In kurzer Zeit entstand die kleine NGO «kirchen-helfen.ch». Die Idee dahinter: Kirchen als Unterbringungsorte, aber auch lokale Koordinatoren für die private Beherbergung von Flüchtlingen einzusetzen.

«Die Hilfsbereitschaft in den Kirchen und in der Bevölkerung ist riesig.»

Paul Bruderer erlebt: «Die Hilfsbereitschaft in den Kirchen und in der Bevölkerung ist riesig. Es ist aber auch eine grosse Herausforderung, dies alles zu managen.»

«Wut und Hass? Aber Nein!»

Drei ukrainische Frauen (Bild: zVg)

Der engagierte Pastor erzählt: «Als ein Zeitungsreporter die geflüchteten Frauen fragte, ob sie nicht Wut oder Hass auf die Russen empfänden, strahlten sie und entgegneten: «Wut und Hass? Aber nein! Wir trauern mit den Russen, segnen unsere Feinde und beten für unsere Verfolger». Der Reporter war perplex. Mit einer solchen Antwort hätte er nie gerechnet. Diese Frauen leben etwas, das man nicht für möglich hält, wenn man Jesus nicht kennt. Sie haben ihren Männern und Vätern Adieu sagen müssen, ohne zu wissen, ob sie sich je wiedersehen. Aber sie wirken nicht panisch, nicht verängstigt, nicht deprimiert. Man merkt, dass Schweres da ist, aber durch ihren Glauben sind sie sehr gefasst. Auch die Menschen in unserer Gemeinde erfuhren, dass man selbst gesegnet wird, wenn man Segen weitergibt.» Das wünsche er vielen Kirchen in der Schweiz, so Paul Bruderer. «Mir persönlich gibt es das Gefühl, Teil von etwas Grossem zu sein, das hält, wenn alles andere zusammenbricht.»

Zur Website: kirchen-helfen.ch

Autor: Reinhold Scharnowski

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